DIE KIRCHE MÜHLEN SCHULEN DAS RATHAUS DER BAHNHOF DIE POST GASTSTÄTTEN

HOME
GESCHICHTE
VERANSTALTUNGEN
VEREINSLEBEN
PRESSE
VORSTAND
SATZUNG
KONTAKT
IMPRESSUM

Letzte Aktualisierung am 24.07.2017

Geschichte / Schulwesen und Kindergärten

bis 1954 | 1954 bis 1989 | 1989 bis 2004

Die Entwicklung der Mittelschule Neukirchen von 1954 bis 1989

"Das Jahr 1954 nimmt in unserer Ortsgeschichte einen ganz besonderen Raum ein, die Schulraumnot zu beheben, wurde durch den Bau unserer neuen Schule Wirklichkeit."

Diese Zeilen schrieb der damalige Neukirchener Bürgermeister, Alfred Schreiber, im Geleitwort zum Schul- und Heimatfest 1954.


Schuleinweihung im Juni 1954

Auch Armin Fischer, vielen älteren Neukirchenern sicherlich noch als Lehrer in Erinnerung, äußert sich voller Stolz über die neue Schule: „Ein Gang durch die Schule zeigt uns drei Pausenhallen, einen würdigen Festsaal, achtzehn freundliche Schulzimmer, ein Musikzimmer in Verbindung mit dem Zeichensaal, einen physikalischen Arbeitsraum, je ein Zimmer für den Direktor, die Lehrer, den Arzt, den Pionierleiter, für die Bücherei, die Verwaltung und zwei Lehrmittelzimmer.

Sämtliche Einrichtungen tragen neuzeitlichen Charakter. Insgesamt beherbergt die Schule z.Z. ca. 600 Schüler und Schülerinnen, die von 21 Lehrkräften betreut werden; die Schülerschaft gliedert sich in Grund-, Ober- und Sonderschule."

Man will es kaum glauben, dass seitdem 50 Jahre vergangen sind. Schaut man sich heute in unserer Mittelschule um, so kann man nach wie vor einiges entdecken, worüber soeben zu lesen war. Ein Beispiel dafür ist die altehrwürdige Aula, die auch jetzt noch, nach einigen „Schönheitskorrekturen versteht sich, ihrer Aufgabe gerecht wird. Die übrigen aufgezählten Räumlichkeiten existieren ebenfalls noch, wenn auch zum Teil mit anderer Funktion.

1971-1983 kamen im Zuge des Kabinettsystems weitere Fachzimmer hinzu. So gab es ab 1971 zum Beispiel zusätzlich je einen Fachraum für Geschichte, Biologie, Geographie, Deutsch, Russisch, Werken, Nadelarbeit und Chemie.


Klassenzimmer der 70er Jahre

Natürlich sind 50 Jahre nicht spurlos an unserer Schule vorbeigegangen. Glücklicherweise sind die normalen "Zeichen der Zeit", die sich bei jedem Gebäude irgendwann zeigen, je nach den vorhandenen Möglichkeiten im Zaum gehalten worden. Eine gründliche Sanierung erfolgte allerdings erst nach der Wende.

"Zeichen der Zeit" machten sich aber nicht nur an der baulichen Substanz der Schule bemerkbar. Sie finden sich auch bei der Bildung und Erziehung der Schüler im Laufe der Jahre. Ein Blick in die früher üblichen Gruppenbücher der einzelnen Schulklassen bestätigt das.

Nach der Einweihung der Dimitroff-Schule galt sie als eine der modernsten Schulen der Gegend. Bis Ende der 50er Jahre war sie zugleich zentrale Oberschule für die Schüler der Klassen 9 und 10 nicht nur aus Neukirchen, sondern auch aus Adorf, Klaffenbach, Mittelbach und Leukersdorf. Unter dem Namen "Georgi Dimitroff" entwickelte sie sich von der zentralen Oberschule mit Klasse 9 und 10 zur Mittelschule und wurde später, Anfang der 60er Jahre, Polytechnische Oberschule, kurz POS. Als POS wurden in der DDR die zehnklassigen Schulen bezeichnet, die, entsprechend der Übersetzung des Wortes "poly" aus dem Griechischen, "viele Künste und Gewerbe bzw. mehrere Zweige der Technik umfassen", das heißt, allgemeinbildend waren.


Schulfest mitte der 80er Jahre

In einem Nebengebäude war bis Anfang der 60er Jahre die Sonderschule untergebracht. Die Nebengebäude der ehemaligen Fabrik erfüllten über viele Jahre hinweg eine wichtige Aufgabe. So befanden sich hier zum Beispiel die Räume für den Hort, den Nadelarbeitsunterricht, den Geographie- und den anfangs fakultativen Englischunterricht.

Fast bis zu seinem Abriss im Jahre 1999 fand in einem der Nebengebäude auch der Werkunterricht statt.

Ab Anfang der 60er Jahre entstand zudem das Polytechnische Zentrum der Schule in den Räumen des damaligen VEB Oluba, in dem auch Schüler der Klassen 7-10 aus Adorf und Klaffenbach in den Fächern Technisches Zeichnen und UTP unterrichtet wurden. Die Schüler lernten hier sowohl in der schuleigenen Werkstatt als auch in den Produktionsabteilungen des Betriebes.
Nebenbei gesagt staunte so mancher Jugendliche dabei damals nicht schlecht, was alles für den Export produziert wurde...


Herr Heinrich im Polytechnischen Zentrum

1967 wurden die sogenannte "obere Schule", die "Erwin Hartsch-Oberschule", und die "untere Schule" unter dem gemeinsamen Namen "Schulkombinat Georgi Dimitroff" zusammengelegt. Das bedeutete, dass die älteren Schüler aus dem oberen Ortsteil nun ebenfalls in der unteren Schule unterrichtet wurden, während die Unterstufe, die heutige Grundschule, in der oberen Schule untergebracht war.

Einige Neukirchener werden sich sicherlich noch an die Diskussionen erinnern, die wegen des Transportes der Schüler von Klasse 1-4 mit Schulbussen entbrannte. Auch als bereits die 4. Klasse an die untere Schule wechselte, mussten die Hort–Kinder am Nachmittag zur oberen Schule fahren, um dort den Hort zu besuchen. Dies wurde jedoch bald akzeptiert.

Der Name "Schulkombinat Georgi Dimitroff" hingegen wollte sich nicht durchsetzen. Und so nannten die Neukirchener ihre Schulen auch weiterhin "obere" und "untere" Schule.

Quellenangabe:
Archiv der Mittelschule Neukirchen Armin Fischer, Festschrift zum Schul- und Heimatfest 1954
Festschrift zur Kirchner Ehrung 1998 Wittgensdorf , Gemeinde Wittgensdorf 1998
H. Türke, Chronik der Gemeinde Adorf
Lehrerkollegium der Mittelschule Neukirchen unter Mitarbeit von Frau Philine Bury,
Frau Regine Schuster, Herr Jürgen Beyer und Herr Lienhard Kellermann


NACH OBEN