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Letzte Aktualisierung am 24.07.2017

Geschichte / Schulwesen und Kindergärten

bis 1954 | 1954 bis 1989 | 1989 bis 2004

Die Neukirchner Schulgeschichte bis 1954

Um das Jahr 1750 besuchten alle Kinder aus Neukirchen gemeinsam mit den Kindern aus Adorf, Klaffenbach, Leukersdorf, Stelzendorf und Markersdorf die Neukirchner Kirchschule. Die Kinder mussten zur damaligen Zeit einen weiten und beschwerlichen Weg auf sich nehmen. Da es noch keinen Schulzwang gab, blieb man zur Erntezeit und bei schlechtem Wetter zu Hause. Erst im Jahre 1769 führte die sächsische Regierung die Schulpflicht ein. Demnach mussten alle Eltern ihre Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren zur Schule schicken.

Nun schufen sich die Gemeinden, die zum Kirchspiel Neukirchen gehörten, ihre eigenen Schulen. Für den Ortsteil Adorf war dies angeblich um das Jahr 1780 der Fall. Bei dem ersten Schulgebäude soll es sich um das Wohnhaus Hauptstraße 112 in Adorf handeln. Zu dieser Zeit bezog der Lehrer dieser Schule ein Jahresgehalt von 156 Talern. Er musste übrigens für die Schüler der größeren Klassen, die noch mit Gänsekiel schrieben, diese selbst schneiden.

Letzter Ort, der sich seine eigene Schule schuf, war 1837 Markersdorf.
Nach neusten Erkenntnissen soll sich die erste Schule im oberen Ortsteil, auf dem heutigen Grundstück Nordstraße 51, befunden haben. Dieses Grundstück war Eigentum der Kirche. Der damalige Kinderlehrer hieß Johann Gottfried Kirchner. Sein Sohn Theodor wurde am 10. Dezember 1823 in diesem Haus geboren. Dieser Theodor Kirchner erlangte als Komponist von Klavierstücken große Bedeutung. Da seine Familie bereits 1826 nach Wittgensdorf verzog, geriet er in Neukirchen etwas in Vergessenheit.
1926 errichtete man am Feldrain ein neues Schulgebäude Gebäude, welches heute ein Wohnhaus ist.


Die obere Schule auf einer Karte um 1910

Vom ersten Schulmeister dieser "oberen" Schule, einem Gottlieb Aurich, ist bekannt, dass er 140 Schüler zu unterrichten hatte. Unterstützt wurde er dabei von einem Hilfslehrer, den er aus der eigenen Tasche bezahlen und beköstigen musste.

Die ständig anwachsende Bevölkerungszahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts machte eine Verbesserung der Schulverhältnisse dringend erforderlich. Es gab zu dieser Zeit ernsthafte Überlegungen, eine Schule im mittleren Ortsteil zu errichten. Der Standort sollte das Grundstück der Gärtnerei von Gottlieb Thomas Reuther werden. Dieses Grundstück befand sich auf der Jahnstraße. Es ist anzunehmen, dass es sich um das Grundstück der heutigen Turnhalle handelt. Obwohl die Planungen schon weit vorangeschritten waren und auch bereits Baumaterial angefahren worden war, wurde dieser Plan wieder fallen gelassen und stattdessen sollte an die bestehenden Schulen angebaut werden. Es dauerte allerdings 35 Jahre, bis man hier weitere Schritte voran kam. So baute man 1889 an die alte untere Schule ein Seitenflügel. Außerdem wurde eine neue "obere" Schule im gleichen Jahr errichtet. Vier Lehrer unterrichteten hier rund 400 Kinder.
Interessant ist auch, dass es in den Jahren 1848-1852 für die Kinder von Industrieellen und reichen Handwerkern eine "Sammelprivatschule" gab. Diese Schule ohne Gebäude wurde 1852 durch den Weggang des Privatlehrers Horn wieder aufgelöst.

Dieses Bild wurde unmittelbar nach dem Einsturz aufgenommen. Es existieren kaum noch Bilder davon, denn eine einstürzende Schule durfte in der DDR nicht sein und damit wurden vorhandene Bilder beschlagnahmt.

Vor Beginn des 1. Weltkrieges wurde von den Gemeindevätern der Plan gefasst, in Neukirchen eine Zentralschule für den gesamten Ort zu errichten. Als Platz dafür war das Gelände östlich der Steudtenschen Villa vorgesehen. Die Gemeinde kaufte die erforderlichen Grundstücke und baute eine Zufahrtsstraße. Der 1. Weltkrieg ließ dieses Projekt scheitern. Diese Straße erhielt den Namen Schulstraße, obwohl sich bis 1954 an ihr keine Schule befand. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der östliche Seitenflügel an die untere Schule angebaut, welcher im Herbst des Jahres 1952 einstürzte.

Aus dem Jahresbericht des Bürgermeister von 1939 sind uns einige interessante schulische Aspekte überliefert. So wurde in Neukirchen 1939 eine Mittelschule gegründet. Diese Mittelschule war in der unteren Schule an der Kirche untergebracht. Sie bestand aus einer Klasse mit 42 Schülern. Diese Schüler kamen aus Neukirchen, aus Adorf, Klaffenbach, Harthau und Leukersdorf. Sie sollte jährlich eine weitere Klasse erhalten. Die Schüler schlossen ihre Schulbildung mit der mittleren Reife (10. Klasse) ab. Eine Mittelschule war damals etwas Besonderes. Das gab es außer in Neukirchen nur in 2 Orten des damaligen Landkreises Chemnitz. Statistisch ist aus diesem Jahr noch bekannt, dass in der oberen Schule 443 Schüler lernten und von 11 Lehrkräften betreut wurden. In der unteren Schule unterrichteten 9 Lehrkräfte 438 Schüler.

Eine weitere Bildungseinrichtung wurde 1929 fertiggestellt - die Berufsschule an der Adorfer Straße. Dieses Projekt rief der Berufsschulverband, bestehend aus den Ortschaften Neukirchen, Adorf, Klaffenbach und Jahnsdorf, ins Leben. Leider ist sie inzwischen ein Auslaufmodell, denn demnächst soll sie zugunsten des Berufsschulzentrums Oelsnitz geschlossen werden.
Nach Kriegsende begann am 2.7.1945 wieder der Unterricht. Am Ende des Jahres 1945 erfolgte die Entlassung der Altlehrer, die Mitglied der NSDAP gewesen waren. Diese Entlassungen wurden zu Beginn des Jahres 1948 wegen Lehrermangel in Einzelfällen wieder rückgängig gemacht.


Das Schulgebäude am Pfarrweg um das Jahr 1949

Im Oktober des Jahres 1952 stürzte ein Seitenflügel der unteren Schule über Nacht ein. Dieser sogenannte Ostflügel war erst im Jahre 1919 errichtet worden. Die Gemeinde musste sich dadurch nach Möglichkeiten für eine neue Schule umsehen. In der leer stehenden Schneiderschen Strumpffabrik fand man schnell ein geeignetes Objekt. Dieses Gebäude war um das Jahr 1887 errichtet worden. Zwischenzeitlich wurde der Unterricht neben den noch intakten Klassenzimmern der alten Schule, in den Vereinsräumen von Gaststätten, wie der Linde und des Bergschlösschens, durchgeführt.

Nach dem staatlichen Genehmigungsverfahren begann man als erstes mit den inneren Abbruch- und Aufräumarbeiten. Die Neukirchner Einwohner führten die Arbeiten als freiwillige Leistungen durch und schufen so etwa 10.000 unbezahlte Arbeitsstunden, neben denen der Baufirma und der verschiedenen anderen Handwerksbetriebe.
Da die Größe des Fabrikgebäudes nicht ausreichte wurde, auf der Seite zur Goethestraße noch ein Treppenhaus und 6 Klassenzimmer angebaut.


Das Gebäude der neuen unteren Schule als Strumpffabrik auf einer Vertreterkarte


Unsere Schule 1953 vor dem Umbau



Quellenangabe:
Archiv der Mittelschule Neukirchen Armin Fischer, Festschrift zum Schul- und Heimatfest 1954
Festschrift zur Kirchner Ehrung 1998 Wittgensdorf , Gemeinde Wittgensdorf 1998
H. Türke, Chronik der Gemeinde Adorf


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